[26.08.2012] Ötztaler Radmarathon

Archiv der Verabredungen (z.T. mit Streckenbeschreibung und H?henprofilen)

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ratze
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Re: [26.08.2012] Ötztaler Radmarathon

Beitrag von ratze » 10.03.12 23:29

Oh ! Eine Eifelhaltestelle ! :D
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livestrong1997
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Re: [26.08.2012] Ötztaler Radmarathon

Beitrag von livestrong1997 » 11.03.12 11:48

auf nach Hürtgenwald-Straß ;D
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jah
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Re: [26.08.2012] Ötztaler Radmarathon

Beitrag von jah » 13.03.12 17:40

Hi Diddi ;D

watt macht der Möp :?:
schick mal adr per pn
Gruß
Jürgen
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guenniac
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Re: [26.08.2012] Ötztaler Radmarathon

Beitrag von guenniac » 07.05.12 13:16

Falls noch jemand einen Startplatz braucht:

http://www.ebay.de/itm/Startplatz-Otzta ... 9448899297

:(
Nur weil ich nicht Manns genug bin, einem Kater die Stirn zu bieten, soll ich nicht mehr trinken?
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Hardo
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Re: [26.08.2012] Ötztaler Radmarathon

Beitrag von Hardo » 20.05.12 18:14

Wer ist denn jetzt auch noch dabei? Und hat, so wie ich, noch nix organisiert?
Also, ich werde am Freitag, 24.08., etwa am frühen nachmittag von Aachen los- und am Montagmorgen (27.08.) zurückfahren.
Wer hat Interesse, die Fahrt bzw. Unterkunft gemeinsam klar zu machen?
VG
Hardo

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Re: [26.08.2012] Ötztaler Radmarathon

Beitrag von simmmvanac » 20.05.12 19:13

Im Prinzip bin ich dabei - hatte ich Dir aber doch schon gesagt ... :D
Meinst Du nicht, daß "am Freitag am frühen Nachmittag losfahren" was spät ist ? Sind immerhin ein paar km bis dahin ... :roll:
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Sabway
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Re: [26.08.2012] Ötztaler Radmarathon

Beitrag von Sabway » 23.08.12 13:21

Hallo und Gruß an die Ötzis:

Ich wünsche Euch alles Gute und eine sturzfreie Heimkehr.

Michael
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Re: [26.08.2012] Ötztaler Radmarathon

Beitrag von simmmvanac » 24.08.12 11:07

Gleich geht's lohos .. :jump: :sport: :freude:

Leider sind die Wetteraussichten für Sonntag nicht so toll - da hab' ich wenigstens 'ne gute Ausrede für meine schlechte Zeit ... :D. Die 10 Stunden werde ich bestimmt nicht nochmal unterschreiten. Mein Rad ist zwar drei Kilo leichter, dafür bin ich aber gefühlte 10 Kilo schwerer als 2009.

Trotzdem freue ich mich und wünsche auch den anderen Mitfahrern alles Gute + sturzfreie Fahrt.

VG - Stefan
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jah
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Re: [26.08.2012] Ötztaler Radmarathon

Beitrag von jah » 24.08.12 11:24

"schaffst du schon" ;D
Gute Beine und immer schön aufpassen :ja:
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Jule
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Re: [26.08.2012] Ötztaler Radmarathon

Beitrag von Jule » 24.08.12 13:18

Bin mir nicht sicher, ob die Wortwahl die richtige ist, aber ich wünsche euch "Viel Spaß!!". :wink:

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Re: [26.08.2012] Ötztaler Radmarathon

Beitrag von Dornfelder » 24.08.12 19:42

Viel Spaß und gute Beine!
Immer wenn man denkt es geht nix, geht's am besten. Am Abend vorher 5-6 Hefe und ab gehts :D

VG, Ralph

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Re: [26.08.2012] Ötztaler Radmarathon

Beitrag von livestrong1997 » 24.08.12 22:02

hi Ötzi`s, viel Spaß und gute Beine!
Das mit dem Wetter wird noch Stefan, ist jedes Jahr so ;D und am Timmel scheint die Sonne :ja: und unter 10Stunden ist ja wohl das was ich von euch erwarte.
Übrigens nächstes Jahr fahren noch 2 Schwergewichte mit, sofern sie einen Startplatz bekommen. :ja:
rockt die Alpen, bis denne!!
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Re: AW: [26.08.2012] Ötztaler Radmarathon

Beitrag von Kolja » 25.08.12 08:42

Teuteu! :)
Hier treffen wir uns!
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Re: [26.08.2012] Ötztaler Radmarathon

Beitrag von simmmvanac » 25.08.12 15:02

Wir haben 'ne geile Ferienwohnung: mitten im Zentrum an der Hauptstraße, 300 m zum Start und nebenan Remmidemmi bis 2:00 Uhr nachts ... :D . Aber das Beste: vom Balkon aus können wir die ganzen Poser mit Ihren Cervelos und Pinarellos sehen, die schon seit 8:00 Uhr heute morgen die Straße rauf und runter fahren. Heut' nachmittag holen wir uns 'ne Kiste Bier und schauen uns die Vorstellung weiter an - ist besser als Karneval in Aachen :wink:
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Re: [26.08.2012] Ötztaler Radmarathon

Beitrag von RMVertex » 25.08.12 17:51

Hallo Männer,

wünschen Allen eine gute Fahrt, bin gedanklich bei euch.

Muß mich morgen mit dem Fleche trösten, die wollten mich dieses Jahr nicht :cry: .

@Stefan hatte in unserem Sommerurlaub auch Gelegenheit diese Poser zu beobachten, die meisten täuschen dann einen technischen Defekt vor, wenn man sie mit dem MTB hoch zum Timmelsjoch oder zum Rettenbachferner überholt.

Gruß Markus

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Re: [26.08.2012] Ötztaler Radmarathon

Beitrag von simmmvanac » 25.08.12 18:16

RMVertex hat geschrieben:... die meisten täuschen dann einen technischen Defekt vor, wenn man sie mit dem MTB hoch zum Timmelsjoch oder zum Rettenbachferner überholt.
genau - so mach' ich das auch immer ... :D

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Re: [26.08.2012] Ötztaler Radmarathon

Beitrag von Dornfelder » 25.08.12 18:23

simmmvanac hat geschrieben:...Heut' nachmittag holen wir uns 'ne Kiste Bier und schauen uns die Vorstellung weiter an - ist besser als Karneval in Aachen :wink:
So gehört sich das :mrgreen:

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Re: [26.08.2012] Ötztaler Radmarathon

Beitrag von Sabway » 26.08.12 17:19

Simmmvanac im Ziel mit 09:30
Jan im Ziel mit 9:35
Stefan im Ziel mit 9:45
Hardo noch unterwegs, am Jaufen mit 7:28

:top:
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Jan
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Re: [26.08.2012] Ötztaler Radmarathon

Beitrag von Jan » 26.08.12 17:53

So, der Hardo ist um 17:21 über das Timmelsjoch. D.H für mich jetzt gleich Jacke überziehen und runter an die Straße - wir wohnen 500m vorm Ziel Direkt an der Strecke.
Der Grund, warum ich die 09:30 nicht gepackt habe liegt übrigens an Stefans großer Liebe! Da diese mir meinen regulären Schalfplatz steitig gemacht hat, musste ich schon seit 2 Nächen im Flur auf dem Boden schafen - der fehlende/unbequeme Schlaf hat sich natürlich bemerkbar gemacht:
Sie haben keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Zuletzt geändert von Jan am 26.08.12 19:05, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: [26.08.2012] Ötztaler Radmarathon

Beitrag von Sabway » 26.08.12 18:14

So Hardo auch im Ziel mit 11:11.

Herzlichen Glückwunsch an alle Ötzis!
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Re: [26.08.2012] Ötztaler Radmarathon

Beitrag von livestrong1997 » 26.08.12 18:51

:lol: Jungs :tach:und Wolfgang ist auch im Ziel 11:12 er war beim Team Alpecin!
Reschpeck ;D ich freu mich auf eure Berichte.
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Re: [26.08.2012] Ötztaler Radmarathon

Beitrag von jah » 26.08.12 19:43

Pfätten Räschpäckt!!!
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Re: AW: [26.08.2012] Ötztaler Radmarathon

Beitrag von Kolja » 26.08.12 20:00

Top! Glückwunsch! :)
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Jan
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Re: [26.08.2012] Ötztaler Radmarathon

Beitrag von Jan » 26.08.12 22:00

..... und der Simmmvanac war in diesem Jahr nur ca. 15 Minuten langsamer als Jan Ullrich ......
Zuletzt geändert von Jan am 26.08.12 22:03, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: [26.08.2012] Ötztaler Radmarathon

Beitrag von simmmvanac » 26.08.12 22:03

Vielen Dank !!
War mal wieder 'ne tolle Veranstaltung - nur das Wetter hätte 'nen Ticken besser sein können - war aber zum Glück nicht sooo schlecht, wie`s Mitte der Woche aussah.
Meine Netto-Zeit war nur 3 Minuten langsamer als 2009, das bedeutet, daß ich 19 Minuten bei den Pausen wegrationalisiert habe :wink: Und wenn die Straßen alle trocken gewesen wären, dann hätte ich bestimmt nochmal 5 Minuten rausholen können.

Aber ein ausführlicher Bericht folgt in den nächsten Tagen.

Stefan
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Re: [26.08.2012] Ötztaler Radmarathon

Beitrag von gillet » 26.08.12 22:08

Hallo zusammen,

habe auch meinen ersten Ötzi hinter mich gebracht... :-))
Zeit erwähne ich hier besser nicht.

Glückwunsch und Respekt für eure Leistungen.


Viele Grüße

Tom

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Re: [26.08.2012] Ötztaler Radmarathon

Beitrag von tomac » 27.08.12 06:46

Da hier was los ist, nochmal der Hinweis auf das Stadtradeln.

In einer Woche gehts los.

Bis jetzt sind wir zu sechst von der Aachener Runde.

Das geht doch noch was, oder?

viewtopic.php?f=9&t=5152&p=52670#p52670

Grüße

Thomas
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I just encourage it

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Re: [26.08.2012] Ötztaler Radmarathon

Beitrag von Wolfgang » 29.08.12 11:32

Jan hat geschrieben:Der Grund, warum ich die 09:30 nicht gepackt habe liegt übrigens an Stefans großer Liebe! Da diese mir meinen regulären Schalfplatz steitig gemacht hat, musste ich schon seit 2 Nächen im Flur auf dem Boden schafen - der fehlende/unbequeme Schlaf hat sich natürlich bemerkbar gemacht:
:razz: - ich hoffe, die Trinkflaschen sind nicht ausgelaufen ...

@Hardo: war gutes Timing, den Jaufen zusammen hochzufahren, dann kommt man mal auf andere Gedanken ...

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Re: [26.08.2012] Ötztaler Radmarathon

Beitrag von simmmvanac » 01.09.12 01:44

Hier mein versprochener Bericht zum diesjährigen Ötztaler Radmarathon:

Entscheidender über Sieg oder Niederlage als Fittness und Tagesform ist das Wetter. Die Vorhersage von Mitte der Woche sollte nichts Gutes verheißen. Für Sonntag war heftiger Dauerregen gemeldet. Einen Vorgeschmack darauf bekamen wir auf der Fahrt am Freitag schon zu sehen. An der Tankstelle hinter Ulm war es uns nur schwerlich möglich, trockenen Hauptes das Auto zu verlassen - aber das Wetter hatte ja noch ein paar Stunden Zeit sich zu bessern.
In der Nacht in der Ferienwohnung angekommen galt unser Streben auch als aller erstes, zuverlässige Aussagen zum Wetter am Sonntag zu bekommen. Mittlerweile waren die Prognosen schon besser (zumindest je nach Wetterdienst), der Dauerregen war einzelnen Schauern gewichen. Aber die Minimaltemperaturen auf den Pässen schwankten laut Vorhersage zwischen 8 und 3 Grad (Timmelsjoch, 2.500 m ü. NHN, Sonntag, 17:00 Uhr)

Am Samstag zeigte sich das Wetter glücklicherweise von seiner halbwegs schönen Seite. Es war trocken und ab und zu kam auch die Sonne mal ein bischen raus. Den Tag verbrachten wir mit Einkaufen, Startformalitäten erledigen, einer lockeren Tour durchs Venter Tal nach Rofen (40 km - 830 hm) sowie dem Verfolgen der Poser-Szene, die sich unmittelbar vor unserem Balkon auf der Söldener Dorfstraße abspielte. Abends hat Hardo leckere Spaghetti mit Tomatensauce gekocht. Und vor dem Schlafengehen noch ein kleiner Spaziergang und ein letzter Blick in den Wetterbericht: In der Nacht sollte ein heftiges Regengebiet durchziehen, zum Start aber sollte es trocken sein. Tagsüber würde uns aber einige Regenschauern nicht erspart bleiben. Die Temperaturen sollten zwischen ca. 13 Grad beim Start, über 20 Grad in Südtirol und ca. 7 Grad auf dem Timmelsjoch alles bieten. Die Kleiderfrage wollten wir erst am nächsten Morgen entscheiden.

Die Nacht war erfahrungsgemäß unruhig, von wilden Träumen und endlosen Gedanken an den folgenden Tag geprägt. Gegen 1:30 Uhr war ich plötzlich hellwach ! Draußen regnete es in Strömen - und das war kein Traum. Noch 4,5 Stunden, dachte ich, dann muss es definitiv aufhören. Schon klatschnass am Start zu stehen, stellte ich mir nicht sehr amüsant vor.

Mein Wecker klingelte um 4:45 Uhr, Hardo und Jan hatten sich noch ein viertel Stündchen länger gegönnt. Blick aus dem Fenster: von oben trocken, Straße nass - es hätte schlimmer kommen können ... Ich frühstückte sehr üppig, obwohl ich ob des reichhaltigen Abendessens eigentlich kaum Hunger hatte. Meine Taktik aber war es, an der ersten Labe auf dem Kühtai nur zum Auffüllen der Trinkflasche anzuhalten. Deshalb mussten die Körner bis zum Brenner reichen.
Wir verließen die Wohnung um 6:00 Uhr - viel zu spät, wie sich schnell herausstellte. Obwohl wir nur ca. 300 m bis zum Start hatten, war die direkte Durchfahrt schon gesperrt, sodaß wir die normale Runde durch den Ort drehen mussten, um uns ganz hinten am Starterfeld anzustellen. Leider standen wir somit ca. im letzten Drittel. Zum Glück war's nicht allzu kalt (nicht vergleichbar mit 2009, wo's deutlich unter 10 Grad kalt war) und die Wartezeit ging schnell rum ...

Der Startschuss fiel pünktlich um 6:45 und - wir standen ! Wir standen auch noch 5 Minuten später. Erst gegen 6:52 rollten wir über die Startlinie, was aber erstmal halb so wild war, da die tatsächliche Zeit ab der Startdurchfahrt gemessen wird. Aber ich befürchtete, irgendwann am ersten Anstieg im Stau zu stehen. Hardo und Jan verlor ich im Gedränge schnell aus den Augen. Wir hatten sowieso ausgemacht, daß jeder sein eigenes Tempo fährt.

Auf der Abfahrt nach Ötz konnte ich schon eine Menge Plätze gutmachen. Trotzdem habe ich mich möglichst im Pulk aufgehalten, da ich nicht vorhatte, meine Körner schon sofort zu Beginn zu verschießen. Meine Uhr zeigte an der Abzweigung zum Kühtai 0:39 h - nur ca. eine Minute langsamer als 2009. Das war ja schonmal garnicht so schlecht. Allerdings hatte ich mir keine besonders gute Gesamtzeit ausgerechnet. Ich war gefühlt wesentlich unfitter als beim letzten mal und ca. 7 kg schwerer, was auch durch ein 3 kg leichteres Rad nicht ausgeglichen werden konnte. Daher musste ich technisch etwas nachhelfen, indem ich eine Kassette 11-28 montiert hatte. 2009 bin ich den Marathon noch mit 12-25 gefahren, was sich damals schon als nicht so gute Idee rausstellte. Auf die Heldenkurbel wollte ich aber auch dieses Jahr nicht verzichten.

Sofort am ersten Anstieg dachte ich schon "Wie hast Du das vor drei Jahren nur mit 39/25 geschafft ?" Und dieser Gedanke sollte mir an diesem Tag noch öfter kommen. Das Gedränge war groß, aber ich hatte den Eindruck, daß mir die Steigung dadurch nicht so schlimm vorkam. Vor allen Dingen rollte noch alles. Nach wenigen Kilometern zwickte mein neuer Überschuh links ganz entsetzlich am Reißverschluss. Dummerweise konnte ich so schnell nichts dran ändern: Während des Tretens konnte ich nichts machen und Aufhören zu Treten hätte bei der Steigung den sofortigen Stillstand bedeutet. Und dann wieder in den Pulk reinkommen erschien mir fast unmöglich ...
Kurze Zeit später tauchte Jan neben mir auf, er hatte mich wohl auf der Abfahrt überholt, ohne daß wir beide es gemerkt haben. Wir fuhren ein Stück zusammen und ich klagte ihm mein Leid mit dem Überschuh. Ich wusste, daß in Ochsengarten ein etwas flacheres Stück kommen würde und dort sah ich meine Chance, den Überschuh zu richten. Kurz vorher klagte Jan, daß er befürchte, sein Knie würde ihm wieder Probleme machen. Und diese unvollständige Kommunikation führte dazu, wir uns im Gedränge wieder verloren. Jan war hinter mir, aber er dachte, ich sei hinter ihm. Als Jan langsamer wurde, dachte ich, er reduziert das Tempo wegen möglicher Knieprobleme, stattdessen wollte er aber nur warten, bis ich meinen Überschuh in Ordnung hatte. Auf jeden Fall fuhr ich plötzlich wieder alleine - soweit man das in dem Gedränge sagen kann. Kurze Zeit später überholte ich Stefan, der weiter vorne im Starterfeld gestanden hatte. Aber nach einem kurzen Wortwechsel war klar, daß wir unsere Geschwindigkeiten nicht übereinbekommen würden.

In Kühtai angekommen wieder ein Blick auf die Uhr: noch immer nur ca. 2 Minuten langsamer als 2009. Das hätte ich ja nie im Leben gedacht ! Die Labe habe ich ausgelassen, da mir das Gedränge dort zu groß war. Außerdem hatte ich bis jetzt kaum getrunken, sodaß das Wasser bis zum Brenner reichen müsste. Eine Jacke wollte ich auch nicht anziehen, mit Armlingen und Windstopper-Shirt unter dem Trikot hatte ich erstmal keine Probleme. Also ging's los auf die Abfahrt.

Sofort in der ersten Galerie wurde ich nach der Überfahrt eines Weidegitters durch ein entsetzliches, lautes Schnarren an meinem Rad aufgeschreckt, was mich veranlasste, auf dem Seitenstreifen anzuhalten. Genau definieren konnte ich das Geräusch erstmal nicht, aber es war zumindest kein offensichtlich schleifenden Teil (Bremse, Speedsensor o. dgl.) So gings also wieder weiter, aber das Geräusch begleitete mich periodisch. Später vermutete ich, daß es sich um den Freilauf handeln müsste, denn sobald ich trat, war das Geräusch weg.
Etwas später fuhr ein Teilnehmer mit einem Specialized S-Works ein ganzes Stück vor mir, dessen Rahmen plötzlich bei ca. 75 km/h ganz heftig zu flattern begann. Nur weg hier, dachte ich, nicht daß der sich noch vor dir zerlegt. So wie ich beim Vorbeifahren erkennen konnte, hat er sein Rad aber noch ohne Sturz unter Kontrolle bekommen. Ob der aber noch Spass auf der restlichen Tour hatte ?

Die Abfahrt vom Kühtai endet in Kematen in einer weitgezogenen Linkskurve. Mein Blick richtete sich innaufwärts, wo der Himmel tatsächlich vermuten ließ, daß durchaus die Möglichkeit bestehen könnte, daß es aufklart. Aber diese Hoffnung war schnell vorbei, als ich kurz darauf Richtung Innsbruck schaute. Die Wolken über der Stadt hingen sehr tief und waren sehr, sehr dunkel. Meine Gruppe legte auf der Ebene ein ordentliches Tempo vor (um die 45 km/h), allerdings wurde das Windschattenfahren unangenehm, als es tatsächlich zu regnen begann. Zum Glück war der Regen aber auch schnell wieder vorbei, als es aus Innsbruck raus zum Brenner ging. Es hat aber gereicht, um meine Füße unter Wasser zu setzten - die habe ich auch bis zum Ende des Tages nicht mehr trocken bekommen.
Der Turm der Berg-Isel-Skisprungschanze verschwand in den Wolken - so tief hingen diese, als ich mich an den ersten, etwas steileren Anstieg des Brenners machte. Nach kurzer Zeit hatte ich mich einer größeren Gruppe angeschlossen, allerdings stellte ich ziemlich schnell fest, daß sie nicht mein Tempo fuhren. Auf dem ersten flacheren Abschnitt war ich - ohne es wirklich zu wollen - an der Spitze der Gruppe. Vor drei Jahren, als ich mit Johannes schön im hinteren Bereich eines Riesenpulks mitschwamm, dachte ich noch, was sind das wohl für Deppen, die vorne im Wind das Tempo machen. Jetzt weiß ich's ... :wink:
Obwohl ich's meistens selbst in der Hand hatte, war das Tempo ziemlich hoch. Auf flacheren Stücken ging's mit 34 - 38 km/h bergauf. Ich habe immer darauf geachtet, daß mein Puls nicht zu sehr über die 150 geht - wenn das den anderen zu langsam ist, können sie ja überholen; aber kaum jemand wollte ... Ich weiß nicht, wie groß der Schwanz hinter mir war, da ich mich selten umgeschaut habe. Auf dem zweiten flacheren Stück zwischen Matrei und Gries hatte ich noch ca. 5-6 Mitstreiter, mit denen ich mich bei der Führung abwechselte. Obwohl das Tempo hoch war (immer noch ca. 33 - 36 km/h), hatte ich nicht das Gefühl, mich auszupowern.
In fast allen Ortschaften entlang der Strecke standen die Zuschauer am Straßenrand und jubelten den Fahrern zu. Besonders die Kinder hatten Spass daran, uns ihre Hand zum Abklatschen entgegen zu halten. Sowas motiviert ungemein.
Erfahrungsgemäß fiel die Gruppe hinter Gries auseinander (bis dahin hatten wir mehrere kleinere Grüppchen "aufgesogen" und uns an eine große Gruppe herangearbeitet), da dort der letzte steile Anstieg zur Passhöhe beginnt. Mittlerweile sehnte ich allerdings die nächste Labe herbei, da meine Trinkflasche leer war und ich seit dem Frühstück noch nichts gegessen hatte. Den letzten Kilometer brachte ich kurz vor'm Hungerast hinter mich.

Am Brenner ein letzter Blick auf die Zwischenzeit (weitere Zwischenzeiten hatte ich nicht im Kopf): wieder nur ca. 2 Minuten Rückstand gegenüber 2009 und eine Gesamt-Durchschnittsgeschwindigkeit netto ab Start nach der Hälfte der Strecke (aber weit weniger als die Hälfte der Höhenmeter) von 30,9 km/h. Oh mann, wenn ich am Timmelsjoch nicht abkacke, kann das eine unerwartet gute Zeit werden ...

An der Labe habe ich dann beide Trinkflaschen aufgefüllt - aus Gewichtsgründen war ich mit nur einen vollen Flasche gestartet - und mir eine Menge Bananen, Äpfel, Brote und Kuchen reingedrückt - was halt so geht in ca. 6 Minuten ... 8)

Die Abfahrt nach Sterzing ist eher unspektakulär: die Straße ist ungemein breit und hat nur wenige Kurven, sodaß man sehr gut rollen lassen kann, um die Kräfte für den folgenden Anstieg zu schonen.

Der Jaufenpass hat mir beim letzten mal schon einige Mühen abverlangt. Er ist nicht wirklich steil, dafür aber sehr konstant in der Steigung. Es gibt kaum Abwechslung oder Passagen, in denen man die Beine lockern kann - also eigentlich so garnicht nach meinem Geschmack. Deshalb bin ich hier mit ständigem Blick auf den Pulsmesser (möglichst um 150 bpm), meist im kleinsten Gang und mit hoher Trittfrequenz (60 - 75 U/min) hochgefahren. Dabei war ich bei weitem nicht der Langsamste; ich habe sehr viele Fahrer auf der Strecke überholen können. Vom letzten mal wusste ich, daß das schlimmste Stück (wenn auch nicht das steilste) die letzten drei Kilometer sind. Dort verlässt man den Wald und hat ganz unerwartet freien Blick auf die Passhöhe - einschließlich der Straße, die sich bis dort in mehreren Kehren die letzten ca. 200 hm hinaufwindet. Wirklich motivierend ist das nicht. Ich war bis dahin ziemlich gut hochgekommen, trotzdem war ich froh, daß die nächste Labe schon vor der Passhöhe errichtet war (2009 war sie erst nach Pass und Zeitmessung). Den Aufenthalt dort habe ich auch wieder auf das nötigste reduziert (ca. 6 Minuten), sodaß ich gestärkt den Pass erreichte und mich sofort ohne anzuhalten auf die Abfahrt begab. Bis jetzt war's wirklich erstaunlich gut gelaufen, sodaß ich die Hoffnung hatte, auch gut über's Timmelsjoch zu kommen.

Endlich wurde auch das Wetter angenehmer (14 Grad auf der Passhöhe), sodaß ich wieder auf eine Jacke für die Abfahrt verzichtete. In weiten Teilen bin ich bergab alleine gefahren, entsprechend gering war meine Motivation, mehr Tempo als nötig zu machen. Erst als mich eine Gruppe von fünf sehr schnellen Bergabfahrern überholte, versuchte ich, das Tempo zu erhöhen, um an ihnen dran zu bleiben - ist mir allerdings nicht lange gelungen. Die waren einfach schneller ...
Die Abfahrt nach St. Leonhard ist einfach gigantisch - eigentlich viel zu schade, um dort nur runterzurasen. Die Straße ist zwar in schlechtem Zustand, hat aber schöne Kehren und ist nicht enden wollend lang, mit herrlichen Blicken ganz weit runter ins Tal. Aber nach 25 Minuten war das auch vorbei und durch St. Leonhard gings in einer Schleife zum letzten und schwierigsten Anstieg auf's Timmelsjoch.

Die Temperatur lag mittlerweile bei sehr angenehmen 23 Grad. Ich habe kurz überlegt, die Armlinge auszuziehen, aber es würde nicht allzulange dauern, dann würde ich sie eh wieder brauchen. Der Abschnitt bis Moos ist vergleichsweise angenehm mit moderater Steigung, dahinter geht's aber los. Die Serpentinen wollen nicht enden und sind nicht gerade flach. Ich fuhr meistens im kleinsten Gang und mein Blick war auf den Pulsmesser gerichtet - Puls nicht über 150 !!! Zum Glück war's nicht so heiß wie in früheren Jahren, sodaß sich mein Flüssigkeitsverlust in Grenzen hielt. Trotzdem befürchtete ich irgendwann Krämpfe auf Grund von Flüssigkeitsmangel, sodaß ich ständig versuchte, zu trinken. Aber bei einem 150er Puls ist das fast unmöglich - da bekomme ich keine Luft mehr. Und anhalten - niemals ...
Das Streckenprofil war mir vom letzten mal noch gegenwärtig. Der erste steile Anstieg hinter Moos geht in ein ca. 3 km langes flacheres Stück über, an dessen Ende sich die letzte Labe in Schönau befindet. Ab dort kommt der finale Anstieg bis zur Passhöhe. Nur die Strecken- und Höhendaten hatte ich nicht im Kopf. Als ich am Straßenrand einen Wegweiser "Schönau 10 km" sah, begann ich zu rechnen - mit dem Ergebnis, daß Schönau auf ca. 2000 Metern liegen müsste und es dann von dort aus nur noch 500 hm bis zum Pass sind.
Auf der Fahrt dorthin kam mir wieder - wie schon 2009 - der Gedanke, daß ich diese Veranstaltung bestimmt nicht nochmal mitmachen werde. Aber der Weg dorthin bedarf schon einiger Überwindung. Auf Grund der geringen Geschwindigkeit (oft unter 10 km/h) vergehen die Kilometer im Schneckentempo: noch 7,5 km bis Schönau - noch 7,1 km bis Schönau - noch 6,8 km bis Schönau ... trotzdem ging's mir vergleichsweise gut und ich war wieder nicht der Langsamste.
Als ich die erste Steigung hinter mir hatte, stellte sich heraus, daß meine Rechnung nicht stimmte. Schönau lag auf ca. 1750 m und es sollten noch 750 hm folgen ... Außerdem zog von Süden ein Gewitter auf. Jetzt musste ich wirklich sehen, daß ich noch zeitig zum Timmelsjoch komme. Zwischendurch fuhren eine Menge Begleitmotorräder ziemlich hektisch hin und her, sodaß ich befürchtete, daß das Rennen sogar abgebrochen werden könnte.

An der letzten Labe nahm ich etwas ausgiebiger Getränke und sonstige Nahrung zu mir, und während ich dort stand, kam Jan Ullrich für einen kurzen Zwischenstopp dort an. Aber mehr als 9,5 Minuten habe ich mir diesmal dort nicht gegönnt - ich musste den Ulle ja noch einholen ... :D

Nun folgte der letzte Teil des Timmelsjochs: ca. 750 hm über eine Straße, die in langen Rampen und einigen Kehren eine scheinbar senkrechte Felswand hochführt. Schon kurz nach Beginn der ersten Rampe bekam ich einen leichten Krampf im linken Bein. Das war das schlimmste, was ich befürchtet hatte ! Ich stieg sofort vom Rad, dehnte und massierte das Bein, sodaß ich kurze Zeit später weiterfahren konnte. 300 m weiter ging's aber schon wieder los. So ein Mist! Wenn ich das nicht in den Griff bekomme, dann ist hier Ende ! Bis zur Passhöhe waren es noch ca. 10 km. Ich stieg wieder vom Rad, ging ca. 50 m und versuchte dabei, das Bein zu lockern. Danach ging's zum Glück ohne Probleme weiter. Und immer schön im kleinsten Gang mit hoher Trittfrequenz und einem Puls möglichst nicht über 150. Auf der Hälfte des letzten Anstiegs gab es noch eine letzte Labe mit Getränken. Dort stoppe ich kurz, um eine letzte Flasche Wasser zu trinken, in der Hoffnung, daß ich damit mein Krampfproblem in den Griff bekommen würde.
Die ganze Zeit dachte ich an Hardo und Jan: Was war mit ihnen ? Hatte Jan wegen seines Knieproblems womöglich aufgegeben und saß schon im Besenwagen Richtung Sölden ? Und würde Hardo es vor dem Gewitter noch über's Timmelsjoch schaffen ?

Kurze Zeit später begann es leicht zu regnen. Zum Glück war's aber nicht das Gewitter aus dem Süden, sondern Regenwolken die von Norden über's Timmelsjoch gezogen kamen. Schon an der Labe in Schönau berichtete ein Helfer, daß es in Sölden regnen würde. Dann konnte die Abfahrt ja noch heiter werden ... Aber zum Glück verzogen die Wolken sich wieder ziemlich rasch und kurzzeitig kam sogar die Sonne raus. Stattdessen setzte allerdings ein Höllenwind ein. Es wurde schlagartig sehr kalt (ca. 7 Grad) und der Wind drückte entweder angenehm von hinten oder kam mit einer solchen Stärke von vorne, daß ich kaum Luft bekam - je nachdem, in welche Richtung ich gerade fuhr.
Die letzten Höhenmeter am Timmelsjoch sind atemberaubend. Bei dem langsamen Tempo hatte ich auch genug Zeit, den Ausblick ins Tal zu genießen. Auf der ganzen Strecke kann man noch die Labe in Schönau sehen und mein Blick ging immer wieder den Abhang hinunter auf die Kehren und Rampen unter mir, die ich schon bewältigt hatte. Auf der vorletzten Rampe - dort, wo man sich beim Blick nach oben fragt wo die Straße denn weiter geht, weil nur noch senkrechte Felswand zu sehen ist - meinte ein Mitfahrer zu mir "Glei' hoammas g'schafft. Da noben ischt's Loch" Gemeint war der Tunnel, der sich ca. 2 km vor der Passhöhe befindet. Wenn man diesen erreicht hat, war einem der Erfolg so gut wie sicher. Ab dem Tunnel stieg die Straße nur noch wenig an und kurze Zeit später, nach nochmals heftigem Kampf gegen den Wind, war das Timmelsjoch erreicht. Seit dem Brenner hatte ich nichtmehr auf meine Stoppuhr geschaut, sodaß ich keine Vorstellung hatte wie ich zeitlich lag. Mein Gefühl sagte mir aber, daß es durchaus unter 10 Stunden werden könnten. Ich stoppte kurz und überlegte, ob ich denn jetzt mal endlich meine Jacke anziehen sollte, aber es regnete nicht und am Körper war ich warm - nur meine Hände waren fast erforen. Aber dagegen half die Jacke auch nicht und das Flattern würde mich nur nerven. Also begab ich mich so, wie ich schon die ganze Zeit gefahren war, auf die Abfahrt.

Diese war wegen des starken Windes und der nassen Straße eher gemütlich. Weder ich noch die anderen Mitfahrer hatten großes Interesse daran, auf den letzten Kilometern noch einen Sturz zu riskieren. An der "Radarkontrolle" hatte ich lächerliche 54 km/h auf dem Tacho. Der Gegenanstieg zur Mautstation war auch schnell abgefackelt (das sind max. 130 hm, und keine 225, wie vom Veranstalter angegeben), sodaß der Zieleinfahrt nichts mehr im Wege stand.

Die Zieleinfahrt in Sölden ist das absolute Highligt der Veranstaltung. Die Straßen sind gesäumt von Zuschauern, die allen Fahrern zujubeln. Bei der Einfahrt werden die Finisher mit Namen angesagt und als der Sprecher mich und noch drei weitere Teilnehmer ankündigte mit "Die haben alle eine Zeit von knapp über 9:30 h" konnte ich es kaum glauben ! Ein so gutes Ergebnis habe ich mir im Traum nicht vorstellen können. Ein Blick auf meine Lenkerelektronik bestätigte die Zeit. Vor allen Dingen war meine Netto-Fahrzeit mit 9:06 h nur unwesentlich (3 Minuten) langsamer als 2009. Die Zeit habe ich bei den minimalen Verpflegungsstopps und durch Auslassen von Umziehpausen eingespart.
Da mir im Ziel bald kalt wurde (die Teilnehmer wurden mit Decken empfangen, allerdings habe ich das Angebot nicht in Anspruch genommen), wollte ich so schnell wie möglich zurück zur Ferienwohnung. Ich wartete im Gedränge vor dem Ausgang aus der Zielzone auf Durchlass, als plötzlich Jan angekündigt wurde und kurz darauf auch ins Ziel einfuhr. Er war nur ca. 5 Minuten hinter mir und als wir am Abend die offiziellen Zwischenzeiten verglichen, stellten wir fest, daß er die ganze Zeit nur unwesentlich hinter mir gewesen ist. An der Labe am Jaufenpass haben wir uns wahrscheinlich sogar nur um eine Minute verpasst. Nochmal ca. 10 Minuten später kam Stefan an, der somit sein Ziel, unter 10 h zu bleiben, erreicht hatte.

Und Hardo ? Der SMS-Service meldete mir, daß er den Jaufenpass passiert hatte. Zurück in der Ferienwohnung beobachtete Jan die Meldungen vom Timmelsjoch. Als seine Durchfahrt gemeldet wurde schätzen wir, daß er ca. 40 Minuten später in Sölden ankommen müsste. Also haben wir uns an die Straße gestellt und ihn mit Applaus und Jubel bei der Durchfahrt noch mal ordentlich angefeuert. Wenige Sekunden vorher fuhr auch Wolfgang vorbei.

Was kann ich abschließend sagen ?

Die Veranstaltung hat ihren Preis, der mit knapp 100 € Startgeld nicht unerheblich ist. Dazu kommen die Kosten für Fahrt und Unterkunft, sodaß die drei Tage in Sölden insgesamt eine eher kostspielige Angelegenheit sind. Aber das ist die Veranstaltung meiner Meinung nach auf jeden Fall wert.
- Die Stimmung beim Rennen ist top - und schon am Tag vorher brummt der ganze Ort.
- Die Organisation ist spitzenmäßig. Wann gibt's bei einem Marathon schon (fast) komplett gesperrte Straßen ?
- Die Verpflegungsstände sind sehr gut organisiert; neben einem reichaltigen Angebot an Speisen und Getränken sind die Tische mit Schildern markiert, sodaß man sofort seine bevorzugte Verpflegung findet. An der Labe Schönau stand extra ein Helfer bereit, der das Rad in Empfang nahm und parkte, sodaß man sich ungezwungen zum Stand begeben konnte.
- Der Empfang im Ziel mit Decken gegen Auskühlung ist durchdacht.
- Die Zeitnahme ist perfekt, einschließlich des SMS-Service, der es ermöglicht seine Freunde unmittelbar zu verfolgen.
- Und natürlich ist die Strecke eine große Herausforderung.
- ganz nebenbei: der Fotoservice von Sportograf ist sehr professionell - für die, die's brauchen ... :D

Das Wetter war grenzwertig. Im Gegensatz zur Vorhersage haben wir zwar sehr viel Glück gehabt. Aber ein bischen mehr Sonnenschein und etwas angenehmere Temperaturen wären schön gewesen.

Einzigste Kritik die mir momentan einfällt: Die Veranstalter sollten mal die Kennwerte korrigieren: ich habe jetzt schon zweimal ziemlich genau 230 km (angegeben 238 km) und 5180 hm (angegeben: 5.500 hm) gemessen ... :rolleyes:

Wie ich bereits oben geschrieben habe, kam mir am ersten Anstieg des Timmelsjochs wieder der Gedanke, diese Veranstaltung mit allen seinen "Qualen" nicht nochmal mitzumachen. Aber schon nach der Labe Schönau, als das Ziel nur noch wenige Höhenmeter entfernt war, trotz der gerade überwundenen Krämpfe, und ich von der faszinierenden Straße und der gigantischen Landschaft ganz berauscht war, war dieser Gedanke schon wieder verflogen. Schlimmer noch: die Anstrengungen von vor einer Stunde waren schon verdrängt, nicht mehr real, und die aktuellen gingen in der Euphorie des nahenden Ziels unter. Und außerdem neigt der Mensch dazu, die Tortour ziemlich schnell zu verklären. Das liegt mit Sicherheit auch daran, daß ich ohne ernsthafte Komplikationen durchgekommen bin. Wäre ich gestürzt, hätte technische Probleme gehabt oder wäre am Rande der totalen physischen Erschöpfung gefahren, hätte ich jetzt bestimmt einen anderen Blick auf die Veranstaltung.
Aber der Ötztaler Radmarathon ist auch mehr als 9:30 h Radfahren. Er begann für mich mit dem Fiebern, ob ich ausgelost werde (was dieses Jahr ja nicht so spektakulär war ...) und schließt sowohl die Monate der Vorbereitung als auch die anschließende Weitergabe der Erfahrungen und Erlebnisse ein. Nicht zu vergessen sind die drei intensiven Tage, die ich mit Jan + Hardo verbracht habe. Und dieses alles wird bestimmt noch lange auf mich wirken.
Natürlich kann man sich fragen, ob's unbedingt der Ötztaler Radmarathon sein muss, ob man all dieses nicht auch auf andere Weise erfahren kann -aber das kann ja jeder für sich selbst entscheiden.

In diesem Sinne: Nächstes Jahr wieder ?

VG - Stefan

PS: eigentlich wollte ich garnicht soviel schreiben, aber irgendwie ging's nicht kürzer ...
"In meinem Blut werfen die Endorphine Blasen" J. Holfelder

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Re: [26.08.2012] Ötztaler Radmarathon

Beitrag von drjones » 03.09.12 10:42

Sehr schön!
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